In diesem Jahr fanden am 8. März in in Aachen zwei getrennte Demonstrationen statt. An der ersten beteiligten sich etwa 600, während an der zweiten Demonstration ca. 400 Frauen und Männer teilnahmen. Insgesamt gingen somit in unserer Stadt etwa 1000 Menschen an dem Frauenkampftag für Frauenrechte, Gleichstellung bzw. Gleichbehandlung und Solidarität auf die Straße. Die hohe Beteiligung verdeutlichte erneut, dass das gesellschaftliche Bewusstsein für diese Themen weiterhin stark ausgeprägt ist.
In beiden Demonstrationen wurden die bestehenden Ungleichheiten, mit denen Frauen konfrontiert sind, deutlich thematisiert. In den Redebeiträgen stand insbesondere die Lohnungleichheit im Fokus: Als Parole wurde „Gleiche Arbeit, gleicher Lohn“ gerufen. Es wurde hervorgehoben, dass Frauen trotz gleicher Arbeit häufig nicht gleich bezahlt werden. Darüber hinaus wurde betont, dass Frauen nicht nur im Arbeitsleben, sondern auch bei der Bildung, im tagtäglichen sozialen Leben insgesamt systematischer Benachteiligungen ausgesetzt sind. Die Demonstrant:innen machten deutlich, dass es sich hierbei um strukturelle Probleme handelt, die nur durch gesellschaftliche gemeinsamen Widerstand überwunden werden können.
Auch wir beteiligten uns aktiv an beiden Demonstrationen. Wir verteilten unser für 8. März veröffentlichten Fabrikzeitung. Zusätzlich haben wir unsere zentrale Flugblatt zu aktuellen internationalen Entwicklungen, zum Krieg gegen Iran, verteilt. Darüber hinaus haben wir unsere aktuellen Ausgaben verkauft, und führten Gespräche und Diskussionen mit Interessierten.
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Demonstrationen war die Verbindung von historischer und aktueller Frauenbewegung. In mehreren Beiträgen wurde auf die Rolle von Clara Zetkin verwiesen, deren Engagement bis heute eine wichtige Grundlage feministischer bzw. Arbeiterinnen– und werktätige Frauenkämpfe darstellt. Ebenso wurde der organisierte Widerstand von Kurdische Frauen in Rojawa und in Iran „Frauen-Leben-Freiheit“ als aktuelles Beispiel hervorgehoben. Dabei wurde betont, dass Frauen im bestehenden gesellschaftlichen System sowohl ökonomischer als auch geschlechtsspezifischer Ausbeutung und Unterdrückung ausgesetzt sind und somit unter doppelter Unterdrückung und Ausbeutung stehen.
Auffällig war zudem die Zusammensetzung der Teilnehmenden: Ein großer Teil bestand aus jungen Menschen. Insbesondere die starke Beteiligung junger Frauen zeigt, dass das Interesse an Frauenkampftag ungebrochen ist und von neuen Generationen getragen wird. Dies unterstreicht das Potenzial, die historische Tradition des 8. März als Kampftag weiterzuführen und zu stärken.
Im Verlauf der Demonstrationen zeigte sich außerdem, dass neben unseren Materialien keine weiteren Flugblätter verbreitet wurden. Dies erhöhte die Sichtbarkeit unserer Inhalte und trug dazu bei, unsere politischen Positionen gezielt zu vermitteln.
Abschließend lässt sich festhalten, dass der 8. März erneut seine Bedeutung als Kampftag unter Beweis gestellt hat. Die breite Beteiligung, die „klaren politischen Inhalte“ und die aktive Einbindung junger Menschen zeigen, dass die Bewegung lebendig ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass es notwendig ist, insbesondere an solchen historisch bedeutsamen Tagen die eigene Organisierung und Mobilisierung weiter zu verstärken. Nur so kann die Kontinuität der Kämpfe gesichert und die Weitergabe der Erfahrungen und Errungenschaften an kommende Generationen gewährleistet werden.
Unter dem Motto des diesjährigen Aufrufs wurde zudem betont, dass die weltweiten Ungerechtigkeiten gegenüber Frauen und queeren Menschen nicht hingenommen werden. Vielmehr gilt es, gemeinsam mit Millionen Menschen für eine neue Welt zu kämpfen, in der alle frei und ohne Angst und Ausbeutung-Unterdrückung verschieden sein können. Die Bewegung blickt dabei auf eine über hundertjährige Geschichte zurück und schöpft aus ihr die Kraft, aktuelle Kämpfe entschlossen weiterzuführen.
TA NRW
Trotzalledem Proletarier:innen aller Länder und unterdrückte Völker vereinigt euch!