Am 25. September gingen in Deutschland in über 100 Städten Schüler:innen gegen die Wehrpflicht und den massiv zunehmenden Militarismus auf die Straße. Zehntausende Schüler:innen demonstrierten und protestierten bundesweit unter dem Motto „Schulstreik gegen Wehrpflicht“.
Startpunkt der Demonstration in Berlin war das Arbeiter:innenviertel Wedding. Gegen Mittag begann sich der Platz zu füllen. Schüler:innen aus vielen Bezirken und von verschiedenen Schulen verteilten aktiv ihre Flugblätter, Infomaterial und entrollten ihre Transparente: „Die Reichen wollen Krieg – Die Jugend eine Zukunft!“, „Warum sieht Friedrich Merz aus wie Mr. Burns?“, „Generation Widerstand statt Drohnenfutter“. Jugendliche trugen selbstgestaltete Schilder wie „Solidarität mit Menschen nicht mit Nationalstaaten!“, „No war for the future“. Über die Forderung „Merz muss weg! Gegen Kürzungen, Rassismus und Aufrüstung!“ haben wir gemeinsam diskutiert. Wir meinten, super sei, dass sie sich ausdrücklich auch gegen Rassismus und „Kahlschlag“reformen wenden und das mit dem Kampf gegen die Militarisierung verbunden haben. Wir gaben zu bedenken, dass die Forderung „Merz muss weg“, zu kurz gegriffen sei. Ob Merz oder eine andere Figur der bürgerlichen Parteien Regierungschef/in ist, sei ziemlich egal. Im Prinzip verfechten sie alle die gleiche Politik.
Während des ganzen Marsches skandierten die Jugendlichen Parolen gegen die Wehrpflicht und die Einbindung junger Menschen in Kriegsvorbereitungen. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 2.400 Menschen an der Aktion teil. Eine der zentralen Parolen der Demonstration brachte die Reaktion der Jugend auf Krieg und Krise klar und deutlich zum Ausdruck: „Krieg und Krise zehren an unserem Leben! Dagegen kämpfen wir gemeinsam!“ Selbstbewusst und kämpferisch haben die Jugendlichen gefordert, wir wollen über unsere eigene Zukunft bestimmen. Wir wollen weder Militärdienst noch Krieg und werden dagegen weiter aufstehen!
Während der Demonstration wurden zwei Schüler im Alter von 17 und 19 Jahren festgenommen. Die Polizei beschuldigte beide, „schwere Verleumdungen“ gegen Bundeskanzler Friedrich Merz vorgebracht zu haben. Nach einer Identitätsüberprüfung wurden sie freigelassen.
Der Marsch, der am Leopoldplatz startete, führte bis nach Gesundbrunnen und dort fand die Abschlusskundgebung statt. Während des Marsches skandierten die Jugendlichen Slogans wie „Nein zur Wehrpflicht, zum Zivildienst und zum Krieg!“, „Die Reichen wollen Krieg, die Jugend will Zukunft!“ und „Krieg und Krise zerstören unser Leben. Dagegen kämpfen wir gemeinsam!“ Aktuell zeigt sich, dass die Militarisierung und die Wiedereinführung der Wehrpflicht vorangetrieben wird und so bald als möglich auch umgesetzt werden soll.
Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums wurden seit den Sommermonaten 470 18-jährige Männer, die in den Fragebögen klar abgelehnt haben in der Bundeswehr zu „dienen“, einer Musterung unterzogen. Ab Sommer 2027 sind landesweite Einberufungen geplant. Sollten sich nicht genügend Freiwillige für die personelle Aufstockung der Bundeswehr wird der Bundestag höchstwahrscheinlich die Einführung der Wehrpflicht beschließen.
An der Schulstreik-Aktion haben sich auch Genoss:innen von Trotz Alledem! beteiligt und verteilten ein Flugblatt mit den Forderungen: „Nein zum Militarismus! Nein zu euren imperialistischen Kriegen! Kampfbereitschaft und Wehrdienst: Nein, danke!“. Außerdem wurde die Ausgabe 98 von „Trotz alledem“ verkauft.
Die Frage der Wehrpflicht nur unter dem Gesichtspunkt zu sehen, ob junge Menschen zum Militär gehen sollen oder nicht, bedeutet den Kern des Problems zu übersehen. Das eigentliche Problem ist, dass der deutsche Imperialismus seine Kriegsvorbereitungen beschleunigt und den Militarismus auf alle Bereiche der Gesellschaft ausweitet. Das heißt im Klartext: Die deutsche Bourgeoisie und ihr Staat bereiten sich aktiv auf einen Krieg vor! In einer Zeit, in der sich weltweit der imperialistische Wettbewerb verschärft, Kriege sowie Kriegsvorbereitungen zunehmen, fließen Milliarden in die Aufrüstung. Die Einbindung der Jugend in das Militärsystem dient nicht nur dazu, den Personalbedarf der Armee zu decken, sondern ist auch ein Mittel, um die Gesellschaft auf Kriegsbedingungen vorzubereiten. Die Herrschenden wollen, dass die Jugendlichen, die heute noch auf den Schulbänken sitzen, morgen Uniform tragen müssen. Während die Jugend mit Arbeitslosigkeit, sowie Problemen in Bezug auf Bildung und Zukunft konfrontiert ist, besteht die Lösung der herrschenden Klassen in Kriegsvorbereitungen und Militarisierung der Gesellschaft.
Die Kapitalist:innen, die Konzernchefs, die von imperialistischen Kriegen und der Aufrüstung profitieren, sind bereit, das Leben und die Zukunft der Jugend für ihre eigenen Interessen zu opfern. Die Arbeiterjugend soll für ihre Interessen als Kanonenfutter dienen. Deshalb ist der Kampf gegen die Wehrpflicht ein untrennbarer Bestandteil des Kampfes gegen Militarismus und Kriegsvorbereitungen.
Die Arbeiter:innenklasse und die Jugend müssen sich auf der Grundlage ihrer eigenen Klasseninteressen gegen die Kriege des Kapitals vereinen und den Kampf auf die Zerschlagung des Kapitalismus und die Errichtung des Sozialismus ausrichten.
Dass heute in rund 100 Städten Schüler:innen auf die Straße gehen, zeigt die wachsende Wut der Jugend gegen die Kriegsvorbereitungen.
Die Zukunft der Jugend wird im revolutionären Kampf erkämpft, den sie gemeinsam mit der Arbeiter:innenklasse gegen das verrottete kapitalistische System führt.
TA Berlin, 26. September 2026






Trotzalledem Proletarier:innen aller Länder und unterdrückte Völker vereinigt euch!