HER MIT SCHÖNEN, BEZAHLBAREN WOHNUNGEN!

Nach Informationen des Deutschen Mieterbundes lebt in Deutschland mehr als die Hälfte der Bevölkerung, 53 Prozent, zur Miete. Das entspricht 2025 rund 44,1 Millionen Personen in mehr als 21 Millionen Haushalten. Etwa die Hälfte der Mieterhaushalte,circa 12 Millionen, gehört zum untersten Drittel der Einkommensverteilung, also mit sehr geringem Einkommen! „Von den 21 Millionen Mieterhaushalten ist über ein Drittel deutlich durch Wohnkosten überlastet. 3,1 Mio. Haushalte zahlen für Kaltmiete und Heizkosten mehr als 40 Prozent ihres Einkommens.4,3 Mio. Haushalte zahlen zwischen 30-40 Prozent ihres Einkommens. … Fast 19 Prozent, also nahezu jede:r fünfte Mieter:in, lebt in einer überbelegten Wohnung.” Zwischen 2010 und 2024 sind die Nettokaltmieten um insgesamt 70 Prozent angestiegen.“

Die hohen Mieten sind vor allem für die geringverdienenden Werktätigen/Familien und Alleinerziehende in dieser Gesellschaft eine erdrückende finanzielle Last, Armut! Aber auch für den Großteil der Mieter:innen sind überhöhte Mieten eine enorme Belastung. Für die Vermieter, vor allem private Wohnungsbau- und Immobilienkonzerne, aber auch für alle Hauseigentümer, für kommunale, städtische oder staatliche Wohnungsbaugesellschaften sind die Mieteinnahmen eine lukrative Einkommensquelle und fette Rendite. Je höher die Miete pro Quadratmeter Wohnraum, desto ärmer die Mieter:innen, desto reicher die Vermieter/ Eigentümer.

Für noch mehr Rendite werden die Mieten und Immobilienpreise von den Eigentümern ständig hochgetrieben. Mietwohnungen, überhaupt Wohnraum, sind in der kapitalistischen Gesellschaft Ware und für spekulative Investoren eines der sichersten und gewinnbringendsten Anlageobjekte.

Jährliche mindestens 5-prozentige Wertstei­gerun­gen. Mit Nichtstun! Außer besitzen!

Bezahlbar Wohnen ist möglich nur durch Veränderung der herrschenden Verhältnisse.

Wohnungsknappheit – Eine Lüge!

Die horrenden Mieterhöhungen werden meistens mit Wohnungsknappheit begründet. Das ist eine gewaltige Lüge! In Deutschland stehen heute 1,9 Millionen Wohnungen leer. Das sind 4,5 Prozent des gesamten Wohnungsbestands! Etwa jede zwanzigste Wohnung in Deutschland steht leer.

Hinzu kommen leerstehende Büroräume, die in Wohnräume umgewandelt werden könnten. Aber wen interessiert das? „Im zweiten Quartal 2025 erreichte der Büroleerstand in den sieben größten Städten Deutschlands mit 7,7 Prozent den höchsten Stand seit über einem Jahrzehnt.“ Wohnraum ist genug vorhanden, aber für Normalverdiener:innen nicht bezahlbar. Kapitalistische Realität ist, trotz so viel leerstehendem Wohnraum leben heute Zehntausende Menschen im wahrsten Sinne des Wortes ohne jede Sicherheit auf der Straße! Zudem waren laut offizieller Statistiken in Deutschland „Zum Stichtag 31. Januar 2025 (…) rund 474.700 Personen aufgrund von Wohnungslosigkeit untergebracht.

Wie kann das sein, in einem der reichsten Länder dieser Erde? Fragt man sich. Falsche Frage. Das ist möglich, weil es ein kapitalistisches Land ist, verdammt nochmal! Es geht nicht um Menschen, es geht um Profitmaximierung! Wohnungslosigkeit und hohe Mieten sind der Normalzustand im Kapitalismus. Der Kapitalismus ist nicht sozial und kann es auch nicht sein. Sozialstaat im Kapitalismus ist eine sozialdemokratische, reformistische Lüge und eine Illusion. Wohnungsnot trifft Menschen mit Migrationsgeschichte besonders hart!Diskriminierung gehört für viele schon bei der Wohnungssuche zum Alltag. Ein ausländisch klingender Name kann ausreichen, um bei der Vergabe einer Wohnung benachteiligt oder abgelehnt zu werden. 35 % der Befragten mit Migrationshintergrund geben an, bei der Wohnungssuche rassistische Diskriminierung erfahren zu haben.

Mieter:innen mit Migrationshintergrund stehen durchschnittlich nur etwa 29,7 m² pro Person zur Verfügung – gegenüber 41,5 m² bei Mieter:innen ohne Migrationshintergrund. Die heutige Situation in der Wohnungsfrage ist für Arbeiter:innen und Werktätige untragbar.

Dieser Zustand drängt zur Veränderung!

Grund dieses für die Arbeiter:innenklasse und die werktätige Bevölkerung miserablen Zustands ist das kapitalistische System selbst. Eine Lösung des Wohnungsproblems im Rahmen dieses Systems ist nicht möglich.

Das Wohnungsproblem „durch Enteignung“, „Vergesellschaftung“ eines Teils des Wohnungsbestands der großen, privaten Wohnungsbaugesellschaften lösen zu wollen ist illusorisch. Das bedeutet in der Umsetzung in die Praxis nichts anderes, als dass der kapitalistische Staat die Wohnungen von diesen Gesellschaften mit enormen Geldsummen aufkauft und selber natürlich „gewinnbringend“ verwaltet. Der „Staat als ideeller Gesamtkapitalist“ und als Immobilien- Monopolist! Das ist keine Lösung des Wohnungsproblems.

Der kapitalistische Staat kann mit Mietpreisbremsen, Subventionen oder sozialen Wohnungsprogrammen die schlimmsten Auswirkungen der Wohnungsnot zeitweise abmildern. Nur durch den Kampf der Arbeiter:innen und Mieter:innen können solche Reformen durchgesetzt und verteidigt werden. Mit diesem Bewusstsein müssen wir heute unseren Kampf gegen hohe Mieten als einen Teilkampf gegen das heutige kapitalistische System führen.

Mietkampf als Klassenkampf gegen die Macht der Kapitalistenklasse und den bürgerlichen Staat!

Wir sind als Mieter:innen über die Hälfte der Bevölkerung, vor allem der arbeitenden Klassen und Schichten. Wir sind eine starke Kraft, wenn wir gemeinsam handeln! Wir können horrende Mieten, auch in diesem System durch unseren gemeinsamen Kampf zum Beispiel durch einen Mietstreik zurückdrängen.

MIETEN RUNTER KÖNNEN WIR – KREATIV UND RADIKAL – DURCH MASSENHAFTEN

MIETSTREIK ERKÄMPFEN! LASST UNS DEN MIETSTREIK ORGANISIEREN!

5. September 2026