„EURE GEWALT BRICHT UNS NICHT: UNSERE KÖRPER, UNSER KAMPF!“
Am 13. August 2026 fand vor dem Türkischen Konsulat in Hamburg eine Solidaritätskundgebung statt. Dabei wurde gegen die Festnahmen, Folter und sexualisierten Übergriffe gegen Mitglieder einer internationalen Delegation protestiert, die im Januar 2026 in die Türkei gereist war, um die Entwicklungen in Nordkurdistan und Rojava vor Ort zu verfolgen und Solidarität mit dem kurdischen Volk zu zeigen.
An der Kundgebung beteiligten sich etwa 50 bis 60 Menschen. Insbesondere wurde dagegen protestiert, dass die deutsche Aktivistin Paula Maier in dem Abschiebegewahrsam am Istanbuler Flughafen, in dem sie zur Vorbereitung ihrer Abschiebung festgehalten wurde, von einem türkischen Beamten sexuell angegriffen und vergewaltigt worden sein soll. Auch die öffentlichen Aussagen von Paula Maier über ihre Erlebnisse wurden bei der Kundgebung thematisiert.
Die internationale Delegation aus Deutschland reiste im Januar in die Türkei, um die Entwicklungen in Nordkurdistan und die Angriffe auf Rojava vor Ort zu verfolgen und Solidarität mit dem kurdischen Volk sowie den demokratischen Kräften in der Region zu zeigen. Die Delegation besuchte unter anderem Diyarbakır, Mardin und Nusaybin und führte Gespräche mit verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Organisationen.
Am fünften Tag ihres Aufenthalts wurden die Delegationsmitglieder auf dem Weg zu einer geplanten Pressekonferenz in Mardin von Soldaten und für Abschiebungen zuständigen Behörden festgenommen. Anschließend wurden sie von Mardin in das Abschiebegewahrsam am Istanbuler Flughafen gebracht. Dort erklärten die Aktivist:innen körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt ausgesetzt gewesen zu sein.
Die Kundgebung vor dem Konsulat begann um 18 Uhr und dauerte bis 19 Uhr. Die rund 50 bis 60 Teilnehmer:innen protestierten gegen den sexuellen Übergriff und die Vergewaltigung von Paula Maier sowie gegen die Gewalt, der die Mitglieder der Delegation ausgesetzt waren. Zugleich wurden Solidaritätsbotschaften gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und staatliche Repression übermittelt.
Die Aktivist:innen, die auf der Kundgebung in Hamburg sprachen, betonten, dass staatliche Gewalt gegen Frauen und gegen Menschen, die internationale Solidarität leisten, nicht hinnehmbar ist. In den Redebeiträgen wurde darauf hingewiesen, dass der Kampf kurdischer Frauen und der demokratischen Kräfte in der Region durch Repression, Folter und sexualisierte Gewalt unterdrückt werden soll. Der sexuelle Übergriff und die Vergewaltigung, denen Paula Maier ausgesetzt war, wurden dabei als besonders erschreckendes Beispiel dieser Repressions- und Gewaltpolitik bezeichnet.
Bei der Kundgebung wurde dazu aufgerufen, den Kampf und die Solidarität gegen jede Form von Gewalt, die sich gegen die Körper und den Willen von Frauen richtet, zu verstärken. Der zentrale Slogan, der vor dem Konsulat erklang, brachte diese Entschlossenheit zum Ausdruck: „Eure Gewalt bricht uns nicht! Unsere Körper, unser Kampf!“
Auf der von SOLINETZ Hamburg, Frauenkollektiv Hamburg und Internationale Jugend Hamburg unterstützten Kundgebung wurde dazu aufgerufen, die internationale Solidarität gegen Repression und Gewalt gegenüber den in der Türkei festgenommenen Aktivistinnen und Aktivisten zu stärken.
Wir, die Unterstützerinnen und Unterstützer von Trotz Alledem in Hamburg, haben uns aus Solidarität an dieser Kundgebung gegen sexualisierte Gewalt an Frauen, Folter und staatliche Repression beteiligt. Um die internationalistische Solidarität mit dem Kampf des kurdischen Volkes und der kurdischen Frauen zu stärken und gegen die Angriffe auf Paula Maier und die Mitglieder der Delegation zu protestieren, haben wir vor dem Konsulat unseren Platz eingenommen.
Hamburg TA
14.08.2026
Trotzalledem Proletarier:innen aller Länder und unterdrückte Völker vereinigt euch!