Berlin: Tausende auf der Straße gegen Krieg für Frieden!

In den Städten Berlin und Stuttgart fanden am 3. Oktober 2026 unter dem Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!“ Friedensdemonstrationen statt. Der Aufruf zu den beiden Demonstrationen wurde bis zum 1. Oktober von 304 Organisationen und Initiativen unterzeichnet. Unterstützer:innen des Aufrufswaren unter anderem BSW, verschiedene Organisationen der Partei Die Linke, DKP, DIDF, SDAJ, DFG-VK, pax christi, IPPNW, VVN-BdA, verschiedene ver.di-Organisationen, NaturFreunde, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Cênî, Internationaler Jugendverband, linksjugend [’solid], Bundesausschuss Friedensratschlag, Bremer Friedensforum, Friedenskoordination Berlin, Mütter gegen den Krieg Berlin-Brandenburg und Gewerkschafter sagen Nein zum Krieg!, sowie zahlreiche weitere Parteien, Gewerkschaften, Friedensorganisationen, demokratische Massenorganisationen und Initiativen. Durchweg reformistische bzw. pazifistische Organisationen.

Die Berliner Friedensdemonstration startete um 13.00 Uhr mit einer Auftaktkundgebung auf dem Platz des 18. März unmittelbar vor dem Brandenburger Tor. Nach den Redebeiträgen setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung und führte über zentrale Straßen Berlins zurück zum Brandenburger Tor. Gegen 16.30 Uhr wurde die Demonstration mit einer Abschlusskundgebung auf dem Platz des 18. März beendet.

Nach Polizei-Angaben beteiligten sich rund 5.800 Menschen an der Demonstration, während die Veranstalter von mehr als 20.000 Teilnehmer:innen sprachen. Angemeldet war die Demo bei der Polizei für 40.000 Teilnehmer:innen. Im Demonstrationszug wurden Transparente und Schilder mit Slogans wie „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!“, „Schluss mit Hochrüstung, Kriegswirtschaft und Sozialabbau!“, „Nein zur Wehrpflicht und anderen Zwangsdiensten!“ usw. getragen. Darüber hinaus wurden Forderungen nach Verteidigung sozialer Rechte sowie nach Verwendung der für die Aufrüstung vorgesehenen Gelder für Bereiche wie Bildung, Gesundheit und öffentlichen Verkehr laut.

Im Palästina-Block waren unter anderem die Slogans „Waffenembargo gegen Israel jetzt!“, „Freiheit für Palästina!“ und „Hands of Lebanon! Hands of Iran!“ zu sehen.

Bei der Auftakt- und Abschlusskundgebung standen die Kritik an Krieg, Aufrüstung, Wehrpflicht und dem Abbau sozialer Rechte im Mittelpunkt. Redner:innen waren unter anderem: Alev Bahadır, Vorsitzende der DIDF, Maria Buchwitz, Mitglied des Bundesvorstands von pax christi Deutschland, Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, Monika Koops, Gewerkschafterin von ver.di Hamburg, Christian Leye, stellvertretender Vorsitzender des BSW, Sören Pellmann, Vorsitzender der Bundestagsgruppe der Partei Die Linke, der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Johannes Varwick, die Sozialwissenschaftlerin und Menschenrechtsaktivistin May Zeidani Yufanyi sowie Karla Wolf von der Bewegung „Schulstreik gegen Wehrpflicht“.

Im kulturellen Programm der Aktion gab es Musik- und Kabarettbeiträge: Peace DC, Reggae, Afrobeat, Dancehall und Friedenslieder sowie ein Beitrag des Berliner Kabarettisten Arnulf Rating. Der deutsch-argentinische Berliner Musiker Pablo Miró trat ebenfalls im Rahmen des Kundgebungsprogramms auf. Auf der Demon verteilten Unterstützer:innen von Trotz Alledem! das Flugblatt „Reform“programm der Merz-Regierung! Brutaler Angriff der Bourgeoisie auf die Rechte der Arbeiter:innenklasse und der Werktätigen! Schlagen wir zurück mit Klassenkampf!“. Dieses sogenannte „Reformprogramm“ der Merz-Regierung dient einzig und allein den Interessen des Kapitals und ist ein Kahlschlag gegen die erkämpften Rechte der Arbeiter:innen und Werktätigen. Angeprangert werden die Kürzungen in allen sozialen Bereichen, während Milliarden für Aufrüstung und Kriegsvorbereitungen ausgegeben werden. Aufgerufen wird dagegen den Klassenkampf der Arbeiter:innen zu entwickeln, zu organisieren und zu einem bundesweiten Streik zu mobilisieren.

Für den Frieden auf die Straße zu gehen und sich gegen Aufrüstung und Wehrpflicht zu stellen, ist zweifellos wichtig. Doch um Kriege tatsächlich zu verhindern, reicht es nicht aus, vom deutschen Imperialismus lediglich den Verzicht auf seine Aufrüstungspolitik, den Stopp von Waffenexporten oder eine Rückkehr zur Diplomatie zu fordern.

Während im Aufruf zur Berliner Demonstration am 3. Oktober „Nein zu allen Kriegen“ gefordert wird, werden das imperialistische System, das die Ursache aller Kriege ist und die Rolle des deutschen Imperialismus in diesem System nicht wirklich angeprangert. Im Gegenteil, die imperialistischen Großmächte China und Russland, die ebenfalls Kriegstreiber sind, wurden von einigen Parteien und Organisationen wie DKP, BSW als Friedensmächte angepriesen. Das ist ein No-Go!

Dass tausende friedensbewegte Menschen, gegen Krieg und Aufrüstung auf die Straße gehen, ist zweifellos von Bedeutung für die Herausbildung einer breiten Friedensbewegung. Die Mehrheit der Teilnehmer:innen waren Menschen, die sich in der ehemals sehr starken pazifistischen Friedensbewegung in Deutschland engagierten. Das Bild der Demo war geprägt von Ü 60 Veteranen der Friedensbewegung. Das Bild der Schülerstreikdemos gegen die Wehrpflicht war ganz anders, und diese Jugend ist die Zukunft.

Solange der Imperialismus fortbesteht, produziert der Kampf des Kapitals um Märkte, Rohstoffquellen, Energierouten, Einflussgebiete und die Vorherrschaft in der Welt die materiellen Grundlagen für Kriege. Tag für Tag. Einen dauerhaften Frieden von imperialistischen Staaten zu fordern, ist völlig illusorisch. Solange der Imperialismus besteht, werden immer wieder Kriege um die Weltherrschaft in unterschiedlichen Formen angezettelt.

Der Kampf gegen imperialistische Kriege, muss die Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts von unterdrückten Völkern und Nationen sowie die Verteidigung gerechter Kriege gegen imperialistische Angriffe einschließen. Es geht nicht nur darum, die Waffen zum Schweigen zu bringen, sondern die gesellschaftliche Ordnung zu beseitigen, die Kriege hervorbringt. Der Weg zu einem dauerhaften Frieden führt nur über den Kampf gegen den Imperialismus! Gegen den Kapitalismus, für Sozialismus.

Trotz alledem! Berlin, 3. Oktober 2026