Frauen-Camp-2026

Wir begreifen uns als Kommunistinnen und aus dieser Perspektive schauen wir auf die Lage der Frauenbewegung weltweit und suchen Strategien.

Die kommunistische Frauenbewegung ist schwach – noch – und ist Teil der demokratischen, antikapitalistischen Frauenbewegungen. Fragen, mit denen wir uns beschäftigen sind: Wo stehen wir? Was können wir tun? Was heißt kommunistische Frauenperspektive?

Wir haben uns zu den folgenden Themenblöcken ausgetauscht und diskutiert.

  • Einschätzung der Frauenbewegung hier und international
  • Femizide
  • Frauenkämpfe
  • Was Frauen tun/wollen

Unsere Einschätzungen, Ergebnisse aus den Diskussionen und Ziele sollen hiermit zusammengefasst werden und stellen eine Grundlage für Perspektiven, Ziele und Strategien einer kommunistischen Frauen*bewegung dar. Mit dem Jahr 2026 ist die Gründung der TA 30 Jahre her und mit unserem Zusammenkommen setzen wir ein notwendiges und starkes Zeichen.

  • Einschätzung der Frauenbewegung hier und international

Rückschritte für Frauen und Mädchen – an allen Fronten.

Wir erleben überall auf der Welt Rückschritte für Frauen und Mädchen an allen Fronten. Es geht um Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung. Und es geht um Frieden und Freiheit. Lang erkämpfte Rechte von Gleichberechtigung und Freiheiten werden rückgängig gemacht, eingeschränkt oder umgeschrieben.

Die Machtverschiebungen unter den imperialistischen Großmächten und die Neuaufteilungskriege bringen die Faschisierung. Demokratische Rechte werden immer mehr angegriffen, es herrschen Willkür und Terror. Mit den Konflikten und Kriegen weltweit haben „vor allem die sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen drastisch zugenommen“. Am schlimmsten sei die Lage im Sudan, in Haiti und Afghanistan, so die UN Women.

Laut einer Weltbank-Studie garantieren nur sechs Staaten – darunter Schweden, Belgien, Dänemark, Frankreich, Lettland und Luxemburg – Frauen per Gesetz die völlige rechtliche Gleichstellung.

Gewalt gegen Frauen: Femizide und häusliche Gewalt bleiben akute globale Krisen. Beispielsweise fordern lokale Bewegungen in ganz Lateinamerika, wie in Brasilien und Mexiko, verstärkt Gerechtigkeit und staatlichen Schutz, wie die Ni una menos – feministische Bewegung

Lebensrealitäten von Frauen klaffen international extrem weit auseinander.

Schwerpunkte der weltweiten Frauenbewegungen sind die Forderungen der Beendigung von geschlechtsspezifischer Gewalt, die Beseitigung von Lohnlücken (Gender Pay Gap) und eine faire Verteilung von Care-Arbeit, also Reproduktionsarbeit. Die diskriminierenden Gesetze über fehlende körperliche Selbstbestimmung bis Kampf gegen die Straflosigkeit bei geschlechtsspezifischer Gewalt. Frauen und Mädchen in all ihrer Vielfalt fehlt weiterhin der vollständige und gleichberechtigte Zugang zu Recht und Gerechtigkeit, fehlt der Zugang zu Bildung. Die Lebensrealitäten von Frauen klaffen international extrem weit auseinander. Die Klassenfrage ist für uns hier ausschlaggebend im Kampf gegen das patriarchale System.

Es braucht strukturellen Wandel. Es braucht gesellschaftspolitischen Wandel. Es braucht Schutz. Es braucht Recht auf Bildung und Teilhabe. Frauen lieben und leben und Frauen kämpfen alltäglich um das Überleben gegen Männergewalt, gegen ihre Chefs, gegen staatliche Gewalt, gegen sexuelle Gewalt, gegen die Kriege – für Gleichberechtigung und Frieden im Iran, in Palästina, Kurdistan, im Sudan oder in Somalia, in der Türkei, in den USA oder in Deutschland.

Wirkliche Frauenbefreiung aber fordert Revolution – Alles andere ist Illusion!

Die Frage der Befreiung der Frau steht nicht für sich allein, unabhängig von anderen Fragen der gesellschaftlichen Befreiung und losgelöst von diesen. Sie ist eines der untrennbaren, zentralen Probleme im Kampf um die Befreiung der Menschheit.

So wie die Entstehung des Privateigentums an den Produktionsmitteln historisch den Beginn der Unterdrückung von Frauen markierte, so wird mit der Beseitigung des auf Privateigentum basierenden Ausbeutungssystems der erste Schritt im Sinne der Befreiung der Frau getan. Wir lehnen uns an die Analyse des Yeni Kadın Dünyası (s. Anhang).

Die wahre Befreiung der Frau liegt in der Revolution – im Sozialismus. Für heute heißt das, für Reformen zu kämpfen, die Lebensbedingungen von Frauen heute verbessern. Das heißt auch, sich überall für Menschenrechte, Demokratie und Gleichberechtigung einzusetzen. Wir führen diese Kämpfe aus einer revolutionären Perspektive. Die Befreiung von Frauen fordert die Abschaffung des Patriarchats und der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Das ist die Basis auf dessen Grundlage wir uns organisieren.

Die Kommunistische Frauenbewegung ist eine Bewegung, die auf dem Klassenkampf basiert und die Befreiung der Frau als einen wichtigen, zentralen Bestandteil der gesellschaftlichen Befreiung versteht. Sie trägt die Kommunistische Idee in die breitesten Frauenmassen und gewinnt sie für sich. Die Aufgabe bei der Schaffung der Kommunistischen Frauenbewegung besteht vor allem darin, kommunistische Frauen für die Organisierung dieser Bewegung zu gewinnen und zu aktivieren. So wie die Weltkommunistische-Bewegung, vertreten wir die Notwendigkeit einer spezifischen Frauenarbeit und -organisation.

Femizide

Weltweit wird alle zehn Minuten eine Frau ermordet, weil sie eine Frau ist (Amnesty International). Meist wird die Tat als bedauerlicher Einzelfall oder als ein Familiendrama dargestellt. Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten und „Häusliche Gewalt“ sind brutale Realität und haben System. Die extremste Gewalt ist der Femizid. Femizide sind von privaten und öffentlichen Akteuren begangene oder tolerierte Tötung von Frauen und Mädchen wegen ihres Geschlechts.

Der Begriff Femizide deckt nach European Institute for Gender Equality.url „u. a. den Mord an einer Frau infolge Gewalt in der Partnerschaft, die Folter und frauenfeindliches Umbringen von Frauen, das Töten von Frauen und Mädchen im Namen der „Ehre“ und anderes in Zusammenhang mit schädlichen Praktiken stehendes Töten, das gezielte Töten von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten und Fälle von Femizid in Verbindung mit Banden- oder organisierter Kriminalität, Drogen- sowie Frauen- und Mädchenhandel ab. Der Begriff „Femizid“ (femicidio) wurde insbesondere in Lateinamerika als hilfreiches Instrument begrüßt, um auf die alarmierende Eskalation äußerst brutaler Morde an Frauen und Mädchen reagieren zu können. Parallel dazu wurde das Wort „feminicidio“ (Feminizid) eingeführt, um das Element der Straflosigkeit und institutionellen Gewalt angesichts der mangelnden Rechenschaftspflicht und adäquaten Antwort des Staates auf dieses Phänomen zu erfassen. Dieser Begriff wird verwendet, wenn es um die Verantwortung des Staates geht.“

Ein Femizid ist die Tötung einer Frau, weil sie eine Frau ist. Frauenhass und Femizide haben ein antifeministisches und häufig rechtsextremes Gesellschaftsbild, das solche Femizide befördert. Beispiele sind rechtsterroristische Anschläge wie in Oslo/Uttoya oder Halle.

Das BMI, BMBFSFJ und BKA veröffentlichen Bundeslagebilder „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ und „Häusliche Gewalt“ für das Jahr 2024. Das Ergebnis: Straftaten gegen Frauen und Mädchen nehmen weiter zu – Häusliche Gewalt auf Höchststand. Die Straftaten finden dabei sowohl im analogen als auch im digitalen Raum statt.

Im Jahr 2024 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 53.451 weibliche Opfer von Sexualdelikten erfasst (+2,1 %, 2023: 52.330). Knapp die Hälfte war zum Tatzeitpunkt minderjährig. Die meisten dieser Frauen und Mädchen wurden Opfer von sexueller Belästigung (36,4 %), Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellem Übergriff (insgesamt 35,7 %) sowie sexuellem Missbrauch (27,5 %). 2024 wurden 308 Mädchen und Frauen ermordet.

Bundesfrauenministerin Karin Prien sagt: „Gewalt gegen Frauen ist ein alltägliches Verbrechen, das wir nicht hinnehmen dürfen. Jede Frau hat das Recht auf ein Leben ohne Angst und ohne Gewalt. Als Bundesfrauenministerin setze ich mich dafür ein, dass wir durch gezielte Maßnahmen und stärkere Prävention, bessere Daten und ein starkes Hilfsnetzwerk endlich echten Schutz bieten. Ich kämpfe für eine Gesellschaft, in der Frauen sicher und frei leben können.“ Die Praxis allerdings sieht so aus: Nicht mal die Fußfessel nach spanischem Vorbild gilt derzeit in Deutschland – sie begrenzt die Wege der Täter und gibt den Betroffenen mehr Sicherheit. Und K.O.-Tropfen, die zunehmend als verbreitetes Tatmittel genutzt werden, werden nicht als „Waffe“ eingestuft. Tötungsdelikte an Frauen können über die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) nicht mal als „Femizide“ interpretiert und erfasst werden.

Jede dritte Frau in der EU erlebt Gewalt. Mit verheerenden Langzeitfolgen. Und obwohl das so ist, wird die „Istanbul Konvention“, völkerrechtlicher Vertrag des Europarates zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, wird immer weiter verwässert. Abtreibung immer weiter erschwert oder kriminalisiert, wie in Polen.

Die Dimension sexualisierter, psychischer und digitaler Gewalt gegen Frauen bis hin zu Femiziden haben aktuell gesellschaftspolitische Debatten ausgelöst, z.B. durch das öffentlich werden der Skandale um die Epstein-Files, dem Fall der Gisele Pelicot oder dem Fall um die Moderatorin Collien Fernandes. Es sind ganze Netzwerke, die systematischen Frauenhass (Mysogynie), sexuelle Gewalt, Ausbeutung, Unterwerfung und Abwertung von Frauen und Mädchen zum Ziel haben. Es geht des Weiteren um Deepfake-Pornos, Digitale Gewalt wie Cyberstalking (Überwachen, Verfolgen Bedrohen), Cybermobbing, (systematisches Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen und Belästigen über digitale Kommunikationsmedien), Zerstörung des Rufs durch manipulierte Inhalte, um Gaslighting (psychische und virtuelle Übergriffe, systematisches manipulieren). Die Genitalverstümmelung ist eine weitere Form.

Die Epstein-Files brachten nochmals die Machtstrukturen und die Dimensionen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen ans Licht.

Misogynie zeigt sich in vielen subtilen Formen der strukturellen und gesellschaftlichen Benachteiligung von Frauen und Mädchen. Misogynie in ihrer extremsten Form sind Femizide – Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechtes:

  • Ni una Menos/Mas Bewegung
  • Frauenkämpfe
  • Was Frauen tun/wollen
  • Schlussfolgerungen:

Wir möchten in 2 Jahren wieder ein Frauen-Camp machen.

Frauen überlegen, wie sie vor Ort mit welchen Frauen sich zusammentun und eine Frauenarbeit beginnen. ……

Ni Una Menos:

www.bka.de/StraftatengegenFrauen2024

www.bka.de/HaeuslicheGewalt2024

Amnesty Journal 04. Juli 2025 Alle zehn Minuten ein Femizid

https://eige.europa.eu

Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE)

KADINLARIN KURTULUŞU MÜCADELESİNDE

YENİ KADIN DÜNYASI „Kadının kurtuluşu sorunu “kendi başına” diğer toplumsal kurtuluş sorunlarından bağımsız ve onlardan soyutlanarak ele alınıp çözülebilecek bir sorun değildir. Tersine insanlığın kurtuluş mücadelesinin ayrılmaz, merkezi sorunlarından biridir.

Nasıl ki üretim araçları üzerindeki özel mülkiyetin ortaya çıkması kadınların tarihsel yenilgisinin başlangıcı olduysa, özel mülkiyet üzerine kurulu sömürü sisteminin ortadan kalkmasıyla kadının kurtuluşu bağlamında ilk adım atılmış olur.

Biz kadının gerçek kurtuluşunun devrimde-sosyalizmde olduğunu söylerken, bundan anladığımız hiçbir şekilde bugün kadının ezilmişliğini hafifletecek reformlar için mücadele yürütmeyeceğimiz, kadınların oldukları her yerde insan hakları, demokrasi ve eşitlik taleplerine sahip çıkmayacağımız anlamına gelmiyor. Biz bu mücadeleleri devrimci bir perspektifle yürütüyoruz. Bu, şu anlama geliyor: Bugün kadınların üzerindeki yükleri azaltabilecek olan en küçük hak için dahi azami mücadele yürütürken, gerçek kurtuluşun patriyarkanın ve insanın insan üzerindeki sömürüsünün kaynağının kurutulması gerektiği bilincinin yaygınlaştırılması, bu temelde örgütlenme gerekli ve zorunludur.

Bizim savunduğumuz kadın hareketi, sınıf mücadelesi temeline oturmuş, kadının kurtuluşunu, toplumsal kurtuluşun çok önemli, merkezi bir parçası olarak kavrayan ve yürüten kadın hareketi, Komünist Kadın Hareketi’dir.

Komünist Kadın Hareketi sadece komünist kadınlardan oluşan bir hareket değil, komünist kadınların önderliğinde en geniş kadın kitlelerini kazanmayı hedefleyen kadın hareketidir.

Böylesi bir hareket, kadın kitlelerini komünizm düşüncesine ne kadar yakınlaştırmış ise, o oranda adına layık bir hareket olacaktır.

Komünist Kadın Hareketi’nin yaratılması için görev her şeyden önce bu harekete önderlik edecek komünist kadın öncülerin kazanılması ve etkinleştirilmesidir. Bu bağlamda Dünya Komünist Hareketi’nin geçmişinden öğrenerek yol alıyor, özel bir kadın çalışması ve örgütlenmesi gereğini savunuyoruz.

Kadın mücadelesi bağlamında içinde bulunduğumuz durum ile varmak istediğimiz yer karşılaştırıldığında henüz daha işin başındayız. Daha yürüyeceğimiz çok uzun bir yol var.

Fakat bu, bizi asla umutsuzluğa düşürmüyor.

Özgürlüğe ve eşitliğe olan inancımızla mücadelemize devam ediyoruz, edeceğiz!“

2026