24 Stunden-Streik in der Süßwarenindustrie in Aachen!

Bei sechs Süßwarenherstellern – Lindt & Sprüngli, Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz, Solent Übach-Palenberg GmbH & Co. KG, Feinbäckerei Otten GmbH & Co. KG, Biscuit International Feinbackwaren GmbH Eschweiler sowie Bon Gelati Übach-Palenberg GmbH & Co. KG – stehen heute in Aachen und der Region die Maschinen und Produktionsbänder still.

Am Freitag sind alle sechs Betriebe im 24 stündigen Warnstreik. Arbeiter und Arbeiterinnen der Früh-, Spät- und Nachtschicht beteiligen sich an den Arbeitsniederlegungen. Keine Schokolade, keine Pralinen, keine Printen, kein Baumkuchen und keine Snacks laufen mehr vom Band. Die Öfen, Maschinen und Produktionsanlagen stehen still.

Vor dem Hintergrund der laufenden Tarifverhandlungen legen die Kolleg:innen in allen sechs Betrieben ihre Arbeit nieder. Das letzte Angebot des Arbeitgeberverbandes enttäuscht sie zutiefst. Das ist beschämend und wird der Leistung der Beschäftigten in keiner Weise gerecht.

Wir Arbeiter und Arbeiterinnen sind wütend. Wir sind enttäuscht. Wir sind nicht zufrieden. Aber wir sind bereit, für mehr Lohn zu kämpfen.

Wenn uns von den Konzernchefs die Lohnerhöhung verweigert wird, dann werden wir sie uns gemeinsam erkämpfen.

Viele Kolleginnen und Kollegen versammeln sich auf dem Aachener Bendplatz. Rund 1.400 Beschäftigte kommen dort zusammen, um den Unternehmern eine klare Botschaft zu senden.

Der 24-Stunden-Streik in Aachen erhöht den Druck auf den Arbeitgeberverband. Das ist bereits die dritte Tarifrunde, doch eine Einigung und ein faires Ergebnis sind weiterhin nicht in Sicht. Das bisherige Angebot der Bosse wird bereits von der Inflation aufgezehrt.

Unsere Forderung ist klar: 5,8 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 230 Euro pro Monat. Bei 12 Monaten Laufzeit!

Trotz guter Gewinne sind die Konzernchefs nicht bereit, die geforderte Lohnerhöhung zu zahlen. Stattdessen verzögern sie die Verhandlungen und versuchen, die Last der Inflation auf die Arbeiterinnen und Arbeiter abzuwälzen.

Doch egal, wie lange sie sich weigern: Wir setzen unseren Kampf für höhere Löhne fort.

Denn wir wissen: Rechte werden nicht geschenkt – Rechte werden erkämpft. Wir werden unser Rechte erkämpfen!

Unsere Arbeit schafft den Erfolg

Tag für Tag sorgen wir dafür, dass die Betriebe laufen, die Qualität stimmt, die Kunden beliefert werden und die Konzernchefs können damit ihre Gewinne erhöhen.

Durch unsere Arbeit entstehen diese Gewinne. Mit unserer Arbeit schaffen wir jeden Tag Mehrwert. Und sie machen sich damit die Taschen voll. Der Erfolg, die Profite der Unternehmen fällt nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis unseres Einsatzes, unseres Wissens, unseres Engagements, unseres Fleißes und unserer täglichen Leistung.

Darum sagen wir heute mit voller Überzeugung:

Wer den Kuchen backt, muss auch ein gutes Stück davon bekommen.

Es kann nicht sein, dass die Belastungen ständig wachsen, die Anforderungen steigen und die Unternehmen immer höhere Gewinne erzielen, während diejenigen, die all das möglich machen, leer ausgehen oder mit ein paar Brosamen abgespeist werden.

Unser Streik ist ein Zeichen der Stärke

Unser Streik ist kein Zeichen der Schwäche. Im Gegenteil: Er ist ein Zeichen von Stärke, Mut, Zusammenhalt und Respekt vor unserer eigenen Arbeit.

Wir kämpfen nicht nur für uns selbst. Wir kämpfen für unsere Familien, für unsere Kolleginnen und Kollegen und für alle, die nach uns kommen und ihren Lebensunterhalt mit ihrer Arbeit verdienen.

Wir zeigen, was Solidarität bedeutet und welche Kraft sie entfalten kann. Denn nur gemeinsam können wir unsere berechtigten Forderungen und Ziele durchsetzen.

Eines haben wir in den vergangenen Jahren gelernt: Als Belegschaft müssen wir geschlossen auftreten. Nur gemeinsam sind wir stark. Nur wenn wir uns unserer Stärke bewusst sind, werden wir gehört und können unsere berechtigten Forderungen durchsetzen.

Denn wir wissen:

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“

Wir fordern lediglich das was uns zusteht, von dem Kuchen, den wir Tag für Tag mit unserer Arbeit, unserem Können und unserem Fleiß selbst backen. Gerade in der heutigen Zeit ist das keine Selbstverständlichkeit.

Nur mit Entschlossenheit, Mut und gelebter Solidarität können wir unsere Kämpfe gewinnen.

Gemeinsam sind wir stark. Gemeinsam kämpfen wir für Respekt, Anerkennung und höhere Löhne.

Wie geht es weiter?

Am 13. August gehen die Tarifverhandlungen von NGG und Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in die nächste Runde. Sollte dort auch keine zufriedenstellende Lösung vereinbart werden, sind neue Streiks zu erwarten.

Dann werden wir 48 Stunden streiken und alle Betriebe der Süßwarenindustrie still legen streiken!

Wenn wir unbefristet streiken, dann können sie selber den Kuchen backen!

Alle Betriebe der Süßwarenindustrie still legen.

Stand: 24. Juli 2026