Während die Kriegstrommeln immer lauter werden, erheben auch die Kriegsgegner auf den Straßen ihre Stimmen.
Der diesjährige traditionelle Ostermarsch war im Vergleich zu den Vorjahren deutlich größer und eindrucksvoller. Besonders die starke Beteiligung junger Menschen fiel auf. Mit ihren Transparenten, den selbst gestalteten Schildern, ihren Liedern und Parolen verliehen sie dem Demonstrationszug eine ganz besondere Atmosphäre.
Die Forderungen auf den Straßen waren dabei unmissverständlich:
„Nein zur Wehrpflicht!“
„Geld für Bildung statt für Krieg!“
„Nein zur Rüstungsindustrie!“
„Nicht Kapitalismus, sondern Frieden!“
Dies waren die Parolen, die während des gesamten Marsches am häufigsten zu hören waren.
Auf den Transparenten waren sehr unterschiedliche Positionen zu sehen: Einige erklärten „Die eigentlichen Kriegstreiber sind die USA“, andere forderten eine Verständigung mit Russland. Neben Parolen wie „Volle Unterstützung für den Iran!“ gab es auch Stimmen, die Waffenlieferungen an die Ukraine befürworteten. Die Mehrheit der Teilnehmenden bestand jedoch aus Menschen, die sich gegen den imperialistischen Krieg aussprachen.
Während des Verkaufs der Zeitschriften trug ich eine IG-Metall-Mütze. Fast alle Menschen, mit denen ich diskutierte, interessierten sich für die Haltung der IG Metall zum Krieg. Viele reagierten überrascht, als sie hörten, dass es innerhalb der Gewerkschaft nur eine kleine Minderheit gibt, die sich gegen den Krieg und gegen die Produktion von Kriegsgerät in den Fabriken ausspricht. Dass die Gewerkschaftsführung aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen an der Rüstungsindustrie keine grundsätzliche Opposition gegen Krieg und Waffenproduktion einnimmt, sorgte bei vielen für großes Erstaunen.
Bei der Verteilung von Zeitschriften und Flugblättern führten wir die Diskussionen insbesondere entlang folgender Position:
„Der Hauptfeind steht im eigenen Land. Wenn wir den Kriegsvorbereitungen des deutschen Staates nicht schon heute entschlossen entgegentreten, könnte es morgen zu spät sein.“
Alle mitgebrachten Flugblätter wurden verteilt und die Zeitschriften verkauft.
Den größten Teil der Demonstrationsteilnehmer bildeten Studierende, Jugendliche und Familien. Auch junge Menschen in der Berufsausbildung beziehungsweise in der Vorbereitung darauf waren stark vertreten. Einer ihrer zentralen Slogans lautete:
„Keine Kriegsdienste, sondern Bildungschancen!“
Der diesjährige Ostermarsch macht sowohl durch seine Teilnehmer:innenzahl als auch durch seinen politischen Inhalt Hoffnung. Die Zahl der Teilnehmenden wird auf etwa 4.000 bis 4.500 geschätzt.
TA Berlin
Trotzalledem Proletarier:innen aller Länder und unterdrückte Völker vereinigt euch!