Vorbemerkung: Trotzkismus heute Die „linke“ Bewegung weltweit, so auch in der BRD, ist in viele Gruppen, Parteien und Organisationen der unterschiedlichsten politischen Orientierung aufgespalten. Nach wie vor sind die stärksten politischen Kräfte der moderne Revisionismus und der Reformismus in der Arbeiterbewegung. Auch wenn sich viele kommunistische Parteien der Chrustschowrichtung umbenannt und dem sozialdemokratischen Reformismus immer mehr angepasst haben: ihre ideologisch-politischen Wurzeln sind nach wie vor Grundthesen des 20. Parteitages der KPdSU von 1956. Da Konservative, Liberale, Sozialdemokraten und mittlerweile auch die „Grünen“ zu einer politischen Soße geronnen sind, übernehmen diese modern-revisionistischen Parteien die Funktion der Abfederung von Protesten gegen die „Mitte der Gesellschaft“, d.h. der bürgerlichen Herrschaft. In manchen Ländern sind sie selbst an bürgerlichen Regierungen beteiligt, so seit Jahrzehnten in Indien, in Italien und auf kommunaler Ebene die Linke in Deutschland. Eine politisch und zahlenmäßig anwachsende Kraft in etlichen Ländern der Welt, ganz besonders in Lateinamerika, sind trotzkistische Gruppen und Parteien. Sie haben insbesondere starken Zulauf innerhalb der Studenten- und Schülerbewegungen. Aber auch innerhalb der ArbeiterInnenbewegung und in den Gewerkschaften nimmt ihr Einfluss zu. Größtes Hindernis, damit die Trotzkisten sich zu einer geballten politischen Kraft entwickeln, ist ihr ureigenster Spaltungstrieb. Die trotzkistische Richtung hält in der Aufsplitterung in Hunderte verschiedener Gruppierungen einen einsamen Rekord, zumal sie diese auch zum programmatischen Credo erklärt: Ein Widerspruch – eine Spaltung! Viele junge RevolutionärInnen sind von den diversen trotzkistischen Gruppen angezogen. Der wuchtige Antistalinismus, der die gesamte politische Debatte und Geschichtsschreibung in der BRD prägt, ist ein enormer „Pluspunkt“ des Trotzkismus. Einerseits propagieren sie offensiv den Sozialismus, berufen sich auf die sozialistische Oktoberrevolution in Russland; gleichzeitig hausieren sie mit ihren Verleumdungen gegen Stalin und sehen die sozialistische Sowjetunion als „degenerierten Arbeiterstaat“. Sie bauen auf dem vorherrschenden Antistalinismus auf, verpassen ihm ein linkes Mäntelchen und ziehen damit ideologisch viele junge RevolutionärInnen an. Verbal geben sie sich sehr radikal, fordern Revolution hier und heute, während sie in der politischen Praxis mit dem modernen Revisionismus, Reformismus kräftig zusammenarbeiten, bzw. in deren Parteien/Organisationen eintreten und versuchen sie von ‚innen zu übernehmen’. Die sogenannte Politik des „ Entrismus“. Aus all diesen Gründen ist es für uns Marxisten-Leninisten zentral, sich mit dem Trotzkismus in Geschichte und Gegenwart auseinander zusetzen. Viele revolutionäre Jugendliche sind interessiert an einer Diskussion unserer Kritiken und Positionen an dieser politischen Richtung.
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Trotzalledem Proletarier:innen aller Länder und unterdrückte Völker vereinigt euch!