MIT GM ODER MAGNA – GANZ EGAL
WIR SIND ES, DIE VERKAUFT WERDEN!
Nichts wird’s mit Magna – Opel bleibt bei GM und in Deutschland fließen Krokodilstränen!
WIR stehen hier, gemeinsam!
WIR stehen hier aber nicht, weil GM der schlechtere und Magna der bessere Herr ist.
Wir stehen hier, nicht weil wir keine besseren Herren wollen, sondern keine!
Betriebsratschef „OPEL-Franz“ hat erst am Dienstag verkündet, dass Magna mit den geforderten Zugeständnissen der Belegschaften rechnen kann. Das sind Kürzungen beim Lohn und bei den tariflichen Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Dieser „unser“ Betriebsratsfürst hat nicht nur schmerzhafte Lohneinbußen sondern auch Arbeitsplatzvernichtung zugestimmt. Alles für Magna, die von vorneherein, nämlich schon im April angekündigt hatten, mindestens 10.500 Stellen in Europa zu streichen. Und jetzt geht der Plan nicht auf…
Wofür sich die deutsche Betriebsrats-Spitze stark gemacht hat, ist für andere Werke in Europa schlecht. Das war seit Anfang der Verhandlungen klar und hat zu einer beispiellosen, vernichtenden Konkurrenz der Werke untereinander geführt: Da war sich kein so genannter Interessenvertreter zu schade, „Wir sind die billigsten“, zu schreien. Wir Arbeiterinnen und Arbeiter wurden instrumentalisiert und gegeneinander ausgespielt.
Die jahrelange Politik der zahnlosen, vom Kapital gekauften gelben Gewerkschaftsbonzen, ob in Deutschland, Spanien, Polen, England oder Belgien sind voll in die Standortdebatte eingestiegen und haben GM UND Magna und allen anderen Ausbeutern einen Bärendienst erwiesen. Mal ehrlich, wir kennen „unsere“ Gewerkschafts- und Betriebsratsbonzen. Haben wir von ihnen etwas anderes erwartet? NEIN! „Wir sehen alle die Notwendigkeit für Restrukturierung, und wir sehen alle die Notwendigkeit für Kapazitätsanpassungen.“ So war die Aussage des Euro(!)Betriebsrats der Opel-Werke Klaus Franz, als bekannt wurde, dass Magna vor allem deutsche Standorte schonen und in Spanien und Großbritannien den Kahlschlag beginnen wolle.
Wenn es etwas gibt, dass den Plänen der Monopole nützt, dann ist das, wenn wir uns uneinig sind, wenn wir ihre Konkurrenz mitmachen anstatt unsere Klassenbrüder und –schwestern in den anderen Werken in Europa oder sonst wo zu unterstützen.
Ob nun Verkauf von Opel an Magna oder Nichtverkauf von Opel und damit Verbleib bei GM – es ist vollkommen egal, so oder so: WIR, ArbeiterInnen in allen Opel-Werken, in allen Zulieferbetrieben und Leiharbeitsfirmen, sind es, die verraten und verkauft werden! Bei dieser monatelangen Zitterpartie ging es nicht einen einzigen Tag um uns. Es ging vor der Bundestagswahl um Stimmen, es geht um den Machterhalt der Gewerkschaftsbonzen mit der tollen Idee, die Belegschaft am Unternehmen zu beteiligen. Da werden dann Betriebsratsfürsten und Gewerkschaftsbosse als Belegschaftsvertreter auftreten – aber WIR sollen auf Lohn und erkämpfte Arbeiterrechte verzichten! Es geht immer um den Maximalprofit der Monopolkapitalisten.
Wir behaupten, dass die Arbeitsplätze bei Opel in Deutschland benutzt wurden, um deutsche imperialistische Interessen voranzutreiben. Während der Auseinandersetzung mit dem EU-Rat ging es darum, dass die BRD die Staatshilfen nicht an einen Verkauf an Magna binden dürfe. Da vertrat Merkel ganz offen, dass hier als erstes deutsche Interessen gewahrt werden müssen. Wie sehen diese Interessen aus? Die ehemalige und auch die neue Regierung der BRD erhoffte sich durch die Beteiligung der russischen Sperbank an „New Opel“ eine Verbesserung und Ausweitung der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Und tatsächlich war die Eroberung des russischen Marktes ein zentraler Punkt der „New Opel“ Strategie. Deshalb war die BRD zur Überbrückungsbürgschaft bereit, die übrigens auch von uns zurückgezahlt wird, denn die GM und Opel-Bosse werden sich jeden Cent von den Belegschaften zurückholen. Die Einsparprogramme warten schon …
WIR können aber auch anders – Internationale Solidarität statt Standortlogik!
Fähnchen schwenken bringt nichts, natürlich nicht – Hier können wir in einigen Minuten, Stunden unsere Wut ablassen, unsere Wut darüber, dass wir in diese ohnmächtige Rolle gedrängt werden. Aber das bringt nichts, das ändert unsere Lage nicht!
Wir können nur etwas erreichen, wenn wir organisiert vorgehen.
Kampf ist angesagt! Wir sind in der Lage, jeden Tag Tausende von Autos herzustellen, wir wissen, wie das geht, wir haben auch die Kraft, etwas anderes zu organisieren als die Produktion von Autos.
Wir können mit unserer Kraft den Kapitalisten einen empfindlichen Schlag versetzen. Wagen wir es! Denn es geht nicht nur um Opel. Es geht nicht nur um Bochum, Rüsselsheim und so weiter. Es geht um unsere Zukunft!
Die Ursache für unsere Lage ist die Wirtschaftskrise und der Einbruch in der Automobilindustrie. Dafür ist das kapitalistische System verantwortlich, in dem die Konzerne die von uns erwirtschafteten Profite einsacken. Mit ihrer Gier nach immer mehr Profit lassen sie von uns ArbeiterInnen immer mehr Waren herstellen. Das führt zur Überproduktion und Krise, die wir dann ausbaden. Wir bezahlen ihre Gier mit Arbeitsplatzverlust – natürlich nicht ohne vorher auf Lohn und noch mehr verzichtet zu haben.
Ein Wirtschaftssystem, in dem nicht für den Profit einiger weniger, sondern für die Bedürfnisse der Menschen produziert wird, das ist es, was unsere Lage ändert. Dieses System ist der Sozialismus. Doch wie kommen wir dahin? Sicher nicht mit Fähnchen und Trillerpfeifen. Zum Sozialismus kommen wir nur kämpfend! Lasst und heute damit anfangen! Wir sind mehr als Rädchen im Getriebe.
Es reicht! Kämpfen! Es geht ums Ganze!
Gegen Kapitalismus für Sozialismus!
ArbeiterInnen international zusammenstehen!
Gegen Nationalismus –
Gegen Verzicht –
Für unsere Rechte –
Für eine andere Welt
November 2009
TROTZ ALLEDEM!
Zeitung für den Aufbau der bolschewistischen Partei in Deutschland
Trotzalledem Proletarier:innen aller Länder und unterdrückte Völker vereinigt euch!